Geburt und Aufzucht unserer Hunde

Ich war bis jetzt bei jeder Geburt unserer Hündinnen dabei.
Nicht weil ich mich unentbehrlich fühlte, sondern weil es ein dringendes Bedürfnis meiner Hunde war. Ein sicheres Zeichen, daß die Geburt unmittelbar bevorstand, war immer das die Hündinnen nicht mehr von meiner Seite wichen. Ich denke, daß es die Pflicht eines jeden Züchters sein sollte, sein Tier in dieser besonderen Situation nicht alleine zu lassen.

Alle Hunde wurden im Haus geboren, wo Sie dann fünf weitere Wochen verbringen.
Die Hausaufzucht bringt in meinen Augen sehr viele Vorteile mit sich.
Die Hündin und die Welpen sind immer in unserer Nähe. Stimmt irgendetwas nicht, kann man sofort reagieren. Die Hündin, die ständig als Haushund bei uns lebt, muß für die Zeit der Geburt und Aufzucht nicht ausquartiert werden. Was aber noch wichtiger ist ist die Tatsache, daß die Welpen vom ersten Tag mit den Menschen leben. Heute weiß jeder belesene Züchter, wie wichtig der enge Kontakt und die häufigen Spiel - und Streicheleinheiten sind.
In der dritten bis siebten Lebenswoche, befindet sich jeder Welpe in der Prägephase.
Was er in dieser Zeit nicht kennenlernt bzw. versäumt, kann nachweislich sein ganzes Leben lang nicht wieder "erlernt" werden. Wichtigstes Ziel unserer Hausaufzucht ist somit das Prägen der Welpen auf den Menschen (insbesondere Kinder und Katze) und das Kennenlernen aller nur denkbaren Umwelteinflüsse (Autofahren, Haushaltsgeräte, Wasser u.v.a.m.).
Mit diesem Wissen ziehe ich meine Hunde auf. Diese acht Wochen, in der die Welpen bei uns leben, setzen für mich den Schwerpunkt meiner Zucht.
Wie unwichtig und banal erscheinen dagegen die Preise und Pokale, die bei so vielen Züchtern oberste Priorität haben.

Meiner Meinung läßt sich ein großer Teil der derzeit gültigen Gesetzesvorschriften (Leinenzwang, Maulkorbpflicht) und gesellschaftlichen Diskussionen über Beißunfälle in letzter Konsequenz auf das Verhalten von "unseriösen" Züchtern zurückführen. Nicht selten sträuben sich mir die Nackenhaare bei Geschichten, die uns Welpeninteressenten von Besuchen bei anderen Züchtern erzählen. Eine verantwortungsvolle Aufzucht von Welpen ist eine sehr zeitspielige und aufwendige Angelegenheit. Das gilt vor allem für große Würfe. Auch hier steht jeder gute Züchter in der Pflicht. Es ist in der heutigen Zeit, in der die Ammen- oder Flaschenaufzucht, kein unlösbares Problem darstellen, nicht mehr zu rechtfertigen, überzählige Welpen einfach sterben zu lassen. Das häufige Argument, man überlasse das der Natur, hat für mich nur eine Alibifunktion. Vor dem Hintergrund großer Zwingeranlagen, in denen nichts mehr der Natur überlassen bleibt, ist das doch eine echte Lachnummer. Der wahre Grund scheint doch wohl eher zu sein, daß überzählige Welpen eine wirkliche Anforderung an den Züchter stellen, denen er häufig nicht gerecht werden will oder kann.
An dieser Stelle ist der zukünftige Hundebesitzer gefragt.
Seien Sie ruhig kritisch. Schauen Sie sich den Züchter Ihrer Wahl genau an und fragen Sie nach Allem, was Ihnen wichtig ist. Fahren Sie lieber ohne Welpen nach Hause, wenn Sie ein ungutes Gefühl haben.
In einer immer hundefeindlicher werdenden Zeit, ist es uns wichtig mit unserer familiären Zucht einen gesellschaftsfähigen und sozial geprägten Welpen an die zukünftigen Welpenbesitzer zu übergeben. Der größte Teil unser bisher vermittelten Welpen ist in Familien mit Kindern gekommen, was uns in unserem eingeschlagenen Weg nur bestätigt.